Nach einer kleinen Irrfahrt und insgesamt 30 Minuten Umweg sind wir wohlauf in Viñales angekommen. In der Dämmerung hielten wir mitten in der Stadt, um nach einer Unterkunft Ausschau zu halten. Das war Allerdings kein Kunststück, denn etwa jeder  zweite Hauseingang war praktisch ein Eingang zu einer Herberge. Den Casa particulares. Private, staatlich zugelassene Unterkünfte von Einheimischen, wo man einen kleinen Einblick in das Kubanische Leben erhalten kann. Zwar eher von verhältnismäßig wohlhabenden Kubaner, aber immerhin. Die erste Unterkunft bei der wir fragten war ausgebucht. Ich habe zwar nur die Hälfte verstanden, aber soviel wie "wir sind voll, versucht es die Straße runter" hat funktioniert.

Bei der zweiten Unterkunft konnte uns zumindest soweit geholfen werden, das eine nette Kubaner uns an die Hand nahm und uns zu ihrer Tante führte, die ein Zimmer für uns hatte. 

Wir sind dort in einem kleinen schnuckeligen Häuschen untergekommen und haben zu dritt inklusive Frühstück 37 Pesos (aktuell ca 35Euro) bezahlt. Wir wohnten direkt am Zentrum an der Playa Major, dem Hauptplatz mit  schnuckeliger Kirche und regem Treiben am Abend. 

Viñales ist ein wunderschöner kleiner Ort, welcher in verschiedenen Pastellfarben erscheint. Die Mischung aus Tourismus und kubanischem Leben scheint hier recht gut gelungen und der Tourismus scheint dem Örtchen gut zu bekommen. Die Stadt ist sehr gepflegt und man hat das Glück, von atemberaubender Landschaft eingebettet zu sein. Dir hohen Felsen mit den vielen Höhlen des Valle de Viñales, umringt von Königspalmen, ist ein Besuch wert.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, außerdem gut genährt vom üppigen Abendessen, setzen wir uns auf den Hauptplatz, mit einer Flasche Havanna Club, ausreichend Cola und schauten uns das Treiben an. In der Mitte des Platzes stand ein DJ  Pult, mit einem uralt 1x1 Meter Monitor und ein paar Leute legten spanische Musik auf. 

Je später der Abend, umso mehr wurde getanzt.

Direkt neben uns baute ein Kubaner mit seiner Nichte einen Stand mit Süßigkeiten und Spirituosen auf. Erst als unsere Flasche leer war, konnte er uns zu einem Mojito überreden.  Unser neuer kubanischer Freund entpuppte sich als echter Tanzbär. Jedesmal wenn der Stand leer war kam er zu uns, tanzte mit uns und zeigte seine ganze Palette an Salsaschritten und anderen Bewegungskünsten.

Zum Abschied gab es einen herzlichen Drücker und nette Worte.

Am nächsten Tag buchten wir einen Tour auf einem Ochsenkrarren durch das Valle de Viñales. Hin zu einer Höhle, welche wir durchquerten. Das war aufregend. Mit Führer waren wir 7 Leute und mussten uns teilweise durch enge Felsspalten quetschen. Eine mini Tropfsteinhöhle. Am Ende der Tour kamen wir zu einer Tabakplatage, die eigentlich keine war. Ein Pseudofarmbesitzer kam mit Strohhut und Zigarre heraus, zeigte uns, wie man eine Zigarre dreht, das Material lagert und wollte uns dann seine ohne Ammoniak gedrehten Zigarren unterjubeln. Als wir keine wollten, brach er sofort alles ab und verließ ständig " no problem,  no Problem"  sagend seinen Familienbesitz.

Wir verließen Viñales und machten uns auf den Weg an den Westzipfel Kubas mit geplanten 2 Stunden Autofahrt. (Mietwagen übrigens in Havanna geliehen).

Aus den 2 Stunden würde leider nichts,  da wir in Pinar del Rio die falsche Ausfahrte nahmen.

Leider gibt es auf Kuba so gut wie keine Beschilderung, so dass es nicht auffiel. Nach 30 Minuten Fahrt, kam uns das ganze Spanisch vor, dennoch blieben wir auf der Route. Umkehren wäre zu diesem Zeitpunkt noch sinnvoller gewesen, aber das wussten wir leider nicht. 

Als wir schließlich dachten,  wir würden niemals ankommen und würden ziellos durch Kuba umherirren, trafen wir auf 2 Leute die filmend vor einem Fluß standen, mit Ambulanzwagen am Straßenrand stehend. 

In unserem besten "Nicht Spanisch" versuchten wir ihnen zu erklären wo wir hin wollten und ob sie uns sagen könnten, wo wir seien.

Wiedererwartend waren wir auf der richtigen Strecke und die beiden Engel brachten uns in den nächsten Ort,  wo sie uns erneut die richtige Richtung wiesen. 

Also ging es mit 90 Sachen durch die Dörfer bis zur nächsten Abzweigung.

In der Dunkelheit und erschöpft kamen wir endlich in Maria la Gorga an und trafen auf eine total gestresste Empfangsdame, die uns einige Male geschockt fragte, ob wir wirklich eine Reservierung hätten. 

Als sie nach weiteren 30 Minuten unsere Reservierung finden konnte,  bezogen wir endlich unser Zimmer mit Seaview. 

Die Reise hat sich wahrlich gelohnt. Hier treffen wir nun auf unberührte Natur nette Menschen und Entspannung. Weit weg vom Smog Havannas. Endlich hat man das Gefühl ohne Abgasgeruch frei durchsetzen zu können. 

So schön die Oldtimer auch sind, förderlich für die Umwelt sind sie sie ganz sicher nicht.